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Markt Kirchseeon  |  E-Mail: info@kirchseeon.de  |  Online: http://www.kirchseeon.de

 

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Letzte Änderung:
21.06.2017

Markt Kirchseeon

Rathausstraße 1
85614 Kirchseeon
Tel.: 08091 552-0
Fax: 08091 552-18
E-Mail: info@kirchseeon.de


Öffnungszeiten:

Mo. 8:00 - 12:00
Die. 8:00 - 12:00 14:00 - 16:00
Mi. 8:00 - 12:00
Do. 8:00 - 12:00 14:00 - 18:00
Fr. 8:00 - 12:00
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Geschichte und Wissenswertes

Ehemaliges Polizeigebäude

Die Landschaft ist geprägt von den typischen Endmoränen der Würmeiszeit. Im heutigen Kirchseener Moos dehnte sich einmal ein Moränensee aus, der heute nur noch in Resten vorhanden ist. Man hat die Schichtenfolge untersucht und gefunden, dass sie vollständig von der Gegenwart bis in die Frühzeit zurückreicht. Dieser See ist es gewiss gewesen, der Menschen veranlasste, hier zu siedeln.

Erste Spuren

1950 am Forstgatter entdeckte Hügelgräber, die der Hallstattepoche angehören dürften, beweisen, dass in diesem Bereich schon vor 2500 Jahren Menschen sesshaft geworden sind. Den Trägern dieser Kultur folgten um 400 v. Chr. die Kelten, worauf Einzelfunde aus der Latene-Zeit hindeuten. Der historische Atlas Ebersberg gibt an, dass Kirchseeon-Dorf 842 als „Sevun" erstmals genannt wird. „Ad sevun" heißt: „am See gelegen".

Nun gab es schon seit eh und je im heutigen Landkreis Ebersberg zahlreiche Orte namens „Seeon". Um eine Unterscheidung zu ermöglichen, fügte man das Bestimmungswort „Kirch-" hinzu. Der Name „Chirichsewen" erscheint erstmals im 14. Jahrhundert.

Die Kirche St. Coloman geht auf eine Stiftung der Gräfin Richardis im Jahre 1000 zurück. In der kleinen romanischen St.-Coloman-Kirche verdienen die gotische Sakramentsnische und die Glasgemälde Beachtung. Der barocke Turm stammt aus dem 17. Jahrhundert. Ein Gedenkstein vor dem Gotteshaus erinnert an die Pestopfer. In den kirchlichen Urkunden wird häufig Kirchseeon in Verbindung mit dem Kloster Ebersberg genannt.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts bedeckte noch dichter Wald das Gebiet, in dem wir heute das weit nach Westen vorgezogene Kirchseeon sehen. „Holzland" hieß diese Gegend damals.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden Familien aus dem Bayrischen Wald als Holzarbeiter angeworben. Sie erhielten zwischen dem Spannleitenberg und Eglharting Grund und Boden zinsfrei zum Siedeln.

 

Geburtsstunde - Entstehung des heutigen Zentrums

Am 18. Mai 1868 hatte die Kgl.- Bayerische Regierung den Bau der Eisenbahn München - Rosenheim verfügt. Als das Dampfross zum ersten Mal die Strecke befuhr, war für zahlreiche Münchner die Möglichkeit gegeben, den Landkreis Ebersberg näher kennen zu lernen. Schon damals war Kirchseeon beliebter Ausgangspunkt für Waldwanderungen, die gewöhnlich zur Ludwigshöhe nach Ebersberg führten.

Durch die Eisenbahnstrecke München - Rosenheim beschleunigte sich die Entwicklung von Kirchseeon erheblich. Der Staat erwarb damals 20 Tagwerk Grund für den Bau einer Imprägnieranstalt. Bahnhof und Fabrik bewirkten das Wachstum des Ortes. Zur Unterscheidung gegenüber Kirchseeon-Dorf nannte man die Siedlung am Bahnhof zunächst Kirchseeon-Station, später Kirchseeon-Bahnhof. 1882 wies sie bereits 26 Häuser und 184 Einwohner auf. Es gab zwei Wirtshäuser.

1877/78 hatte der Schulsprengel ein Schulhaus in Kirchseeon-Dorf erhalten, bis dahin mussten die Kinder nach Ebersberg und Zorneding laufen.

 

Wirtschaftlicher Aufschwung

Eine Naturkatastrophe im Forst ließ die Einwohnerzahl 1889 sprunghaft anschwellen. Der Nonnenfalter hatte sich des Waldes bemächtigt, in dem man allzu einseitig fast nur Fichten geduldet hatte. Durch den Nonnenbefall und durch Wirbelstürme wurden 36 qkm Wald (d. h. 54 %) vernichtet. Die Aufräumungsarbeiten verlangten einen riesigen Arbeitsaufwand. Bis tief in den Forst hinein bauten Pioniere eine „Waldbahn", um die riesigen Holzmengen fortzuschaffen. Wenn Angehörige der Holzhauer die Ortsbezeichnung nicht genau kannten, schrieben sie einfach „bei den Nonnen", und die Post kam richtig an. Viele Waldarbeiter sind damals in Kirchseeon sesshaft geworden.

Da die kleinen Kirchen in Kirchseeon-Dorf, Neukirchen und Buch nicht mehr ausreichten, wurde 1894 ein Kirchenbauverein gegründet. Bereits am 29. Oktober 1899 konnte das neue, dem Hl. Joseph gewidmete Gotteshaus geweiht werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte eine Erweiterung.

1901 entstand das neue Schulhaus in Kirchseeon-Bahnhof. Es wurde im Laufe der Jahre dreimal vergrößert. Ebenfalls um 1901 errichtete die Ortskrankenkasse München in Kirchseeon-Bahnhof ein Erholungsheim, das später als Lungenheilstätte diente und 1965 aufgelöst wurde. Heute steht auf dem Gelände das Berufsförderungswerk.

Zu einer Krise kam es 1910/11, als einige Sägewerke schließen mussten und Entlassungen erfolgten.

 

Umbildung der Gemeinde

Am 1. April 1939 wurde aus der bisherigen Gemeinde Eglharting, zu der Kirchseeon gehört hatte, die Gemeinde Kirchseeon gebildet. Außer den beiden Orten Kirchseeon und Eglharting gehören noch die Dörfer Buch und Kirchseeon-Dorf sowie die Weiler Forst- und Osterseeon, Neukirchen, Ilching und Riedering zum Gemeindebereich. Gleichzeitig erhielt Kirchseeon durch Errichtung einer Pfarrkuratie kirchliche Selbstständigkeit.

 

Blick zurück

Buch ist der älteste Teil der Gemeinde und wird 828 erstmals genannt. In dieser 1. Urkunde wird schon eine Kirche erwähnt.

Forstseeon erscheint urkundlich 1269/71 als Amtssitz eines Försters, Osterseeon erst im 14. Jahrhundert als Ostersewen. Auch Ilching hatte ein Gotteshaus, die Ursulakirche, die erstmals 1315 nachzuweisen ist.

Eglharting, einst Sitz der 1939 aufgelösten Gemeinde, geht urkundlich auf 1324 zurück. Es war ursprünglich ein reines Straßendorf. Heute hat dieser Ort mit Kirchseeon durch starke Besiedlung bereits verbunden. Neukirchen ist um 1010/29 bezeugt. Damals schenkte Graf Ulrich von Ebersberg die Kirche in „Niwenchirihin" an Ebersberg. Die jetzige Kirche wurde um 1717 unter Verwendung älterer Mauern errichtet. Das Mesner-Anwesen und der Bauernhof, der um 1898 vollständig abbrannte, bildeten 1884 die Zehn-Seelen „Neukirchen".

Erhebung zum Markt

Wenn auch das Schwellenwerk, die frühere Imprägnieranstalt, 1958 geschlossen wurde, so entwickelte sich Kirchseeon doch dank seiner günstigen Verkehrslage zu einem von Wohnbebauung, Gewerbe und neuen Industriebetrieben geprägten Ort. Aufgrund der Entwicklung und dem eingetretenen Wachstum wurde die Gemeinde Kirchseeon am 25. Mai 1959 durch das Bayerische Staatsministerium des Innern zum Markt erhoben. Zu der Zeit hatte Kirchseeon bereits über 4.000 Einwohner.



Die Perchten

Hans Reupold vom „GTEV Seetaler" machte sich um heimatliches Brauchtum verdient, indem er den uralten Perschtenlauf zu neuem Leben erweckte. Auch die Aufstellung der über 300-jährigen Badstube ist ihm zu verdanken.

 

Entwicklung seit 1960

Zu Beginn des Jahres 1974 war das neue Rathaus mit Turn- und Schwimmhalle sowie Feuerwehrgerätehaus fertig gestellt. Seinem Namen als „Gemeindezentrum" macht das Rathaus auch in kultureller Hinsicht Ehre, indem es die Gemeindebücherei aufnahm. Hier können nicht nur Bücher, Hörbücher, Zeitschriften und Spiele, sondern auch Kassetten, DVDs, CDs und CD-Roms entliehen werden. Insgesamt verfügt unsere Bücherei über 17.000 Medien. Da die Einwohnerzahl von Eglharting infolge der Neubautätigkeit stark angewachsen war, ergab sich die Notwendigkeit, für diesen Gemeindeteil eine Kirche zu gründen. Als ,,Erlöserkirche" wurde sie im Januar 1973 von Regionalbischof Franz Graf von Soden konsekriert und eingeweiht. Eglharting gehört mit mehreren Neubaugebieten und Gewerbeansiedlungen zu den zukunftsträchtigen Gemeindeteilen Kirchseeons.

 

 

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